Führungskräfte müssen Menschen begeistern können.

Das sind Meinungen, die in praktisch jeder Diskussion vorkommen. Es sind Standartaussagen z.B. bei Auswahl- und Beurteilungsverfahren von Headhuntern und Eignungstestern.

Man unterstellt eine positive Beziehung zwischen Begeisterung und Leistung. Man glaubt, je mehr jemand begeistert ist von dem, was er zu tun hat, desto mehr Leistung werde er erbringen.

Die These von der Begeisterung klingt zwar „irgendwie“ überzeugend, ist aber schierer Aberglaube.

Unserer Erfahrung aus vielen Führungskräftetrainings auch mit Outdooranteil zeigt etwas anderes:

  1. Je mehr jemand von etwas begeistert ist, desto geringer sind typischerweise seine Kenntnisse von der Sache desto fragwürdiger sind daher seine Fähigkeit und seine Leistung.
  2. Echte Leistung, besonders Spitzenleistung, benötigt keine Begeisterung. Was benötigt wird, sind Kompetenz und Erfahrung.

Handwerker, Arbeiter, Lehrer, Kellner, Krankenschwestern, Ärzte und Führungskräfte in der Wirtschaft sind für die Berufsausübung weder auf Begeisterung angewiesen, noch ist sie hilfreich.

Ein erfahrener Sportler ist vor einem schwierigen Wettbewerb alles andere als begeistert.

Was dem Sportler hilft, ist das Wissen, ausreichend trainiert zu haben, seine Disziplin zu beherrschen und in Hochform zu sein.

Beim Bergsteigen konnte ich das oft genug selbst erleben. Nur bei den leichten Touren gibt es so etwas wie Begeisterung.

Am Gipfel selbst mag es Begeisterung geben, aber dann ist die Leistung schon erbracht.

Begeisterung ist keine Kategorie vor der Leistung und für die Leistung. Begeisterung kommt danach.