Mitarbeitermotivation

Wer motiviert, wertet ab. Er glaubt nicht an die Leistungsbereitschaft des anderen.

Wer sich selber diese Abwertung nicht vergegenwärtigt, nicht eingesteht, macht sie dadurch noch fatal wirkungsvoller.

Demotivation

So verweigern sich Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter glauben motivieren zu müssen, regelmäßig der Einsicht in die Wirkung, welche sie auf ihre Mitarbeiter ausüben. Sie, die Misstrauischen, die Abwertenden, die wenig Erwartenden, bewerten nur das Verhalten ihrer Mitarbeiter, sie benennen es und stufen es klassifizierend ein. Aber sie lassen keine Besinnung zu, dass sie selbst dieses Verhalten ausgelöst haben könnten.

J. Sterling Livingston beschrieb schon vor Jahrzehnten den „Pygmalion-Effekt“ der Führung: Menschen neigen dazu, sich so zu verhalten, wie sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. Selffulfilling Prophecies: Vorhersagen, die ihre eigene Erfüllung verursachen. Die Erwartungshaltung von Vorgesetzten übt in der Tat einen mächtigen Einfluss auf die Entwicklung und Leistung der meisten Mitarbeiter aus. Allerdings – und das ist wichtig! – vermitteln Führungskräfte niedrige Erwartungen weit eindringlicher als hohe – wenn auch die meisten Manager glauben, das genaue Gegenteil sei der Fall.

In den von Livingston durchgeführten Erhebungen bildet der Kriterienblock „Nicht-Zutrauen“ die Spitze der Demotivierungsskala innerhalb der Chef-Mitarbeiter-Beziehung.

Zusammengefasst sind darin Aspekte wie:

  • Geringe Leistungserwartung
  • Missachtung fachlicher Kompetenz
  • Nicht-Zutrauen eigenverantwortlicher Arbeit (Chef greift oft und gerne ein)
  • Chef weiß und kann immer mehr
  • Übertriebene Kontrolle

Von der Kommunikationswissenschaft können wir lernen, wie sich der Demotivierungskreislauf abspult. Es beginnt in der Regel mit dem Nichtakzeptieren der Art und Weise, wie sich ein Mitarbeiter verhält, wie er seinen Job macht oder sogar wie er aussieht. Die Art, wie der Mitarbeiter ist, entspricht nicht dem Bild, wie er sein sollte. Wie der Chef ihn gerne hätte. Er entspricht nicht den Erwartungen der Führungskraft an Leistung. Der Demotivierungszyklus beginnt also immer bei der Führungskraft selbst, auch wenn sie selten bereit ist, das anzuerkennen.

Die niedrige Erwartung teilt sich über viele kommunikative Signale mit – verbale und nonverbale, zum Teil unbewusst und unbeabsichtigt. Kleine Herabsetzungen nur, wenig Dramatisches:

Die Antwort auf eine Initiative des Mitarbeiters wird „vergessen“,

sein Vorschlag wird „überhört“,

das leicht verächtliche Achselzucken,

ein milde-vielsagendes Lächeln,

die abweisend-beschäftigte Miene bei der Besprechung,

die etwas zu knappe Anweisung,

das unwirsche Unterbrechen…..

all dies erzeugt eine demotivierte Grundeinstimmung beim Mitarbeiter.

Über die uns allen innewohnende Tendenz zu sozialkonformen Verhalten beginnt der Mitarbeiter sich allmählich so zu verhalten, dass die Überzeugung geringer Leistungsfähigkeit mehr und mehr gerechtfertigt wird. Aber auch wenn der Mitarbeiter etwas von der Erwartung des Chefs Abweichendes tut, wird es von der Führungskraft häufig nicht bemerkt (selektive Wahrnehmung). Oder es wird uminterpretiert, um es in die negative Überzeugung einzubauen. Die Führungskraft sammelt Gründe und Belege für die Leistungsschwäche des Mitarbeiters – kein einziger davon bezieht sich auf die Führungskraft selbst.

Dieter Trollmann

Wir müssen unteranderem erkennen, dass die neue Quelle des Wohlstands die menschliche Intelligenz ist.
Nicht mehr Land oder Geld oder Rohstoffe oder Technologie sind entscheidend – entscheidend sind die Köpfe und Kompetenzen der Menschen. Seit Jahren reden Unternehmensleiter davon, die Mitarbeiter seien ihr wichtiges Vermögen. Kaum ein Unternehmen verfügt über eine Möglichkeit, dieses sogenannte intellektuelle Kapital auch nur zu bemessen. Doch wenn man die Leute in den Organisationen befragt, inwieweit sie ihrer Meinung nach ihren „Verstand“ am Arbeitsplatz nutzen, lautet die Standartantwort meist:
• „Rund 20 Prozent.“
• Würden wir nur weitere 10 Prozent hinzufügen – um wieviel effektiver könnten unsere Organisationen sein!
• Für mich ist das die entscheidende Herausforderung – sie verlangt nach gänzlich anderen Führungskompetenzen.
Die alte Denkhaltung lässt sich mit drei Worten zusammenfassen:
• Kontrollieren,
• Anordnen und
• Voraussagen.
Das Erfolgspotential.
Vom konkreten Inhalt her versteht man darunter alle materiellen und personellen Voraussetzungen, die spätestens dann bestehen müssen, wenn es um die Realisierung des Erfolges in einem konkreten Geschäftsgebiet geht. Die strategische Unternehmensführung als eine Vorsteuerungsaufgabe in Bezug auf die spätere Erfolgsrealisierung besteht aus der
• Suche,
• Schaffung und
• Erhaltung
hoher und sicherer Erfolgspotentiale, was stets das rechtzeitige Orten von Erfolgspotentialen einschließt. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das „Erfolgspotential“ in seiner gesamten Systematik und in allen seinen Dimensionen ähnlich durchstrukturiert und vor allem auch zu einem allgemeinen Wissensbesitz bei der Unternehmensführung geworden ist.
Zukunftsfähigkeit:
Chancen und Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft
Nicht nur die deutsche Automobilindustrie steht vor großen Umwälzungen, sondern die Wirtschaft im Allgemeinen. Wer weiterhin eine Rolle spielen will, muss sich kritisch mit der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Geschäftsmodellen auseinandersetzen. Das trifft sowohl auf die Führung und Ausrichtung einzelner Unternehmen zu, als auch auf die Wirtschaftspolitik des Landes im Ganzen. Nur, wenn diese die Herausforderungen meistern, kann der Transformationsprozess in nachhaltigen Erfolg münden. Mit Hilfe verschiedener Prognosen, Modelle und Studien versuchen Wirtschaftswissenschaftler, die zukünftigen Herausforderungen im Detail zu bestimmen, um rechtzeitig Lösungsansätze zu schaffen und Chancen zu erkennen. Eine Bestandsaufnahme.
Fit werden für die Zukunft
In der Wirtschaft wird jede Generation sowohl von internen Entwicklungen wie auch von vielen durch das Zeitgeschehen bedingten Fremdfaktoren geprägt. Durch die fortschreitende Globalisierung und weitere Entwicklungen scheinen Unternehmen durch weltweite Trends heutzutage stärker betroffen zu sein, als je zuvor in der Geschichte. Tendenzen, die uns als Menschen alle betreffen, haben daher einen Einfluss auf größere und kleinere Unternehmen gleichermaßen. Auswirkungen von innen- und außenpolitischen Geschehnissen auf Makro- und Mikroökonomie hängen somit enger zusammen. So ist der Effekt der so genannten globalen Megatrends
Sind Personalabteilungen nur noch die Einwohnermeldeämter der Unternehmen?
Schaut man sich die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre in den Unternehmen an, stellen wir folgendes fest:
1. Es wurde zu „Motivationszwecken“ der Mitarbeiter nie mehr Geld ausgegeben als in den letzten zwanzig Jahren.
2. Die Anzahl der inneren Kündigung von Mitarbeiter bleibt auf einer konstant hohen Zahl von 84 Prozent, sie leisten höchstens Dienst nach Vorschrift Unmotiviert bis zur inneren Kündigung
Wer innerlich bereits gekündigt hat, kostet sein Unternehmen mehr als bloß das Gehalt: Mitarbeiter, die emotional nicht an ihre Firma gebunden sind, können
Kollegen demoralisieren, für ein schlechtes Image der Firma sorgen und tragen bei einem Wechsel zu einem anderem Unternehmen auch ihr Know-how zur Konkurrenz. Gewiss ist jedenfalls, dass die Motivation des Mitarbeiters in dem Maße schwindet, in dem die Führungskraft die Leistungsbereitschaft des Mitarbeiters in Zweifel zieht. Alle Motivierungsversuche in den Unternehmen zielt immer auf die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter und nicht auf die Leistungsfähigkeit und Leistungsmöglichkeit. Aber selbst wenn die Verhaltensforschung nicht zu entsprechenden Ergebnissen gekommen wäre, ist hier eine klare Managemententscheidung, der Wille zur Gestaltung einer entsprechenden Unternehmenskultur fällig:
• Leistungsbereitschaft ist die Sache des einzelnen Mitarbeiters, nicht der Führungskraft.
• Leistung ist nichts Absolutes.
• Leistung ist eine Frage der Erwartung.
Diese Erwartungen muss die Führungskraft definieren und mit dem Mitarbeiter vereinbaren.

Teambildung

Teambuilding: So fördern Sie die Zusammenarbeit in Ihrem Team
Teamfähigkeit und Zusammenarbeit wird im Arbeitsalltag immer wichtiger. Wir sagen Ihnen, wie Sie mit Teambuilding-Maßnahmen den Zusammenhalt fördern und Motivation erzeugen können.
Einer für alle, alle für einen: Was sich erstrebenswert anhört, ist im alltäglichen Arbeitsleben nicht ohne Bemühungen erreichbar. Wenn unterschiedliche Charaktere in heterogenen Teams aufeinandertreffen, ist es entscheidend, diese durch Motivation und gezielte Teambuilding-Maßnahmen zu einer schlagkräftigen Einheit zu formen.
Damit ein Team im Unternehmen zusammenarbeiten und gemeinsame Ziele erreichen kann, braucht es authentischen Teamgeist. Um diesen zu fördern, müssen geeignete Teambuilding-Maßnahmen eingesetzt werden, die spezifisch zum Team passen. Welche Teambuilding-Maßnahmen gibt es für Unternehmen? Und welche versprechen Erfolg? Wir zeigen Ihnen, wie gute Teams funktionieren und welche Teambuilding-Maßnahmen sich anbieten, um den Zusammenhalt innerhalb eines Teams gezielt zu fördern.
Teambuilding: So setzt sich ein erfolgreiches Team zusammen
Ein erfolgreiches Unternehmen besteht aus unterschiedlich qualifizierten Einzelpersonen, die bereit sind, gemeinsam im Team zu arbeiten und voneinander zu lernen. Individualisten und Einzelgänger sowie Vorgesetzte, die vor allem starre, hierarchische Führungsstrukturen im Blick haben, stehen einem proaktiven Teambuilding im Weg.
Dies bedeutet nicht, dass es falsch ist, als Experte auf seinem Gebiet aufzutreten. Ebenfalls gehört es zum normalen Arbeitsablauf, allein und ungestört zu arbeiten, um Aufgaben auszuführen. Gleichzeitig sind Teamfähigkeit und Zusammenarbeit wesentliche Wertmaßstäbe im Arbeitsleben. Teamfähigkeit schließt ein, aktiv zuhören zu können und in der Lage zu sein, konstruktive Kritik anzunehmen und voneinander zu lernen. Unternehmen verlieren wertvolle Ressourcen, wenn qualifizierte Mitarbeiter fachliche Erkenntnisse und die persönliche Expertise nicht an Kollegen weitergeben und es keinen Austausch innerhalb der Abteilung gibt.
Mangelnde Kommunikation kann Missverständnisse und Konflikte zwischen Kollegen nach sich ziehen, was wiederum zum Scheitern eines Projekts führen könnte. Da es vor allem für neue Mitarbeiter, die die betriebsinternen Strukturen noch nicht kennen schwierig sein kann, offen und nutzenorientiert zu kommunizieren, setzen viele Betriebe auf Teambuilding-Maßnahmen. Teambuilding in diesem Kontext bedeutet, sich in einer ungezwungenen privaten Atmosphäre kennenzulernen oder in Kooperationsspielen zu lernen, seinem Teampartner zu vertrauen. Zusammenfassend verfolgen Teambuilding-Maßnahmen und Team Building Spiele das Ziel, aus Individuen eine Gruppe zu formen, in der jedes Mitglied seine Rolle kennt und sich in das Team einfügt.

Voraussetzungen, die den Erfolg einer Gruppe bei Teambuilding-Maßnahmen maßgeblich prägen
ERFOLGSFAKTOREN VORAUSSETZUNGEN
Ziele Hier stellt sich die Frage, welche Ziele es zu erreichen gilt. Bevor ein Team geformt und Teambuilding-Maßnahmen ausgearbeitet werden, sollten Ziele aus diesem Grund klar nach SMART-Kriterien (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert) definiert werden.
Teamgröße „So viel wie nötig, so wenig wie möglich,“ heißt ein bekanntes Motto, das ebenso auf das Zusammenstellen eines Teams zutrifft. Zu kleine Gruppen können gesetzte Ziele aufgrund fehlender Kapazitäten nicht erreichen. Zu große Gruppen hingegen lassen sich unter Umständen nicht koordinieren.
Homogenität Ein wesentliches Ziel von Teambuilding-Maßnahmen besteht darin, ein homogenes Team zu formen. Gleichzeitig besteht bei homogenen Teams die Gefahr, dass alle die gleichen Fähigkeiten haben und dadurch keine innovativen Ideen entstehen. Aus diesem Grund braucht es auch in einem Team unterschiedliche Persönlichkeiten.
Führungspersönlichkeit / Teamleiter Ein Team braucht einen Teamleiter, der die Verantwortung für das Projekt übernimmt. Der Teamleiter muss nicht nur fachliche und persönliche Anforderungen erfüllen, sondern auch von allen anderen Teammitgliedern akzeptiert werden. Vor allem heterogene Teams benötigen in jedem Fall einen Moderator, der Gemeinsamkeiten hervorhebt und als Spielleiter das Teambuilding unterstützt.
Kommunikation Meetings, Events und eine umfassende und nutzenorientierte Kommunikation miteinander sind wichtig, um relevante Informationen auszutauschen und das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu führen.
Team Building Spiele für Fortgeschrittene
Von Zeit zu Zeit werden aufwendigere Maßnahmen und richtige Herausforderungen für das Teambuilding geplant, die mehrere Stunden oder einen Tag lang dauern:
• Bogen schießen,
• Ein Floß bauen und damit „in See stechen“,
• Seifenkistenrennen veranstalten
• Eine Schnitzeljagd mit modernen GPS-Geräten oder
• Im Steinofen Brot backen
Wetterunabhängig sind Indoor-Varianten wie Klettern in der Halle oder Drachenbootpaddeln im Hallenbad.
Die Möglichkeiten für Team Building Spiele mit Erlebnischarakter sind vielfältig. Sie werden aufgrund ihrer Ausprägung als Action Learning bezeichnet. Im Vordergrund steht das gemeinsame Meistern einer Herausforderung außerhalb der Arbeitsstätte. Stärken, Schwächen und Teamstrukturen werden durch Action Learning sichtbar. Gleichzeitig werden der Teamgeist sowie der Zusammenhalt des Teams positiv beeinflusst.

Wie Sie Ihre Mitarbeiter für das Teambuilding motivieren
Was nützen die spektakulärsten Ideen zum Teambuilding, wenn die Teammitglieder nicht oder nur ungern mitspielen. Schon bei der Erwähnung des Begriffs Team Building Spiele ist ein Teil der Mitarbeiter negativ eingestellt oder verweigert sich ganz. Zurückhaltende, schüchterne Mitarbeiter scheuen sich oder haben Angst, sich zu blamieren. Andere Teilnehmer sehen den Sinn nicht, weil die Spiele nichts mit der fachlichen Aufgabe der Arbeit zu tun haben.
Wie sagte Albert Einstein? „Spiel ist die höchste Form der Forschung.“
Eventuell lassen sich die Mitarbeiter eher motivieren, wenn Sie Team Building Spiele mit den Begriffen Experiment, Übungen und Tests verknüpfen. Besondere Teamevents können Sie auch als Dankeschön-Veranstaltungen deklarieren und dezent spielerische Elemente einbauen. Gerade in der dritten und vierten Phase der Teambildung können praxisnahe Aufgaben im Spiel sinnvoll sein.
Gibt es immer noch Verweigerer, die sich nicht trauen oder nicht wollen? Teambildungs-Experten betonen: Grundsätzlich beruht das Mitspielen auf der Basis der Freiwilligkeit. Wer nicht mitmacht, darf sich auf die Zuschauerrolle bei einem Teamevent beschränken und später in das Spiel einsteigen.
„Der Mensch“, meinte Friedrich Schiller, „ist nur dann ganz Mensch, wenn er spielt.“
Nach der Teambuilding-Maßnahme: Reflektion und Bewertung
Wie erfolgreich ein Spiel zur Teamentwicklung beigetragen hat, zeigt sich in der Reflektions- und Bewertungsphase. Idealerweise ist das gegenseitige Vertrauen der Teilnehmer spürbar gewachsen, die Kommunikation verbessert sich und das Team funktioniert als Einheit. Die aufmerksame Führungskraft erkennt während der Spielphase, wo Herausforderungen im Team bestehen und wie die Teamstrukturen Einfluss auf die Erfolgsbilanz haben. Speziell in gruppendynamischen Spielen und bei gestalterischen Aufgaben werden die Teamrollen (nach Belbin) sichtbar. Erkenntnisse aus dem Teambuilding können in der Folge auf reale Arbeitssituationen übertragen werden.
Im Anschluss an Teambuilding-Maßnahmen wie Spiele sollte der Ablauf aus diesem Grund deutlich reflektiert werden, wobei es nicht um Bewertungen, Lob und Tadel oder Siegen und Verlieren geht. Vielmehr sollen Verhaltensmuster erkannt und Schwachstellen innerhalb des Teams identifiziert werden. Darauf aufbauend, können Problemlösungen erkannt und die Weichen für Veränderungen gestellt werden. Schließlich sind teambildende Spiele kein Selbstzweck. Wie alle Methoden und Übungen des Teambuildings sind die Spiele für Erwachsene ein Baustein zur Weiterentwicklung des Teams und zur Stärkung des Teamgeistes. Das oberste Ziel ist die bestmögliche Erfüllung der Aufgaben im Arbeitsleben.
Von Zeit zu Zeit könnten Spiele wie der Gordische Knoten oder „Stab ablegen“ wiederholt werden. Dabei wird schnell deutlich, wie sich das Team weiterentwickelt hat. Wahrscheinlich haben die Teilnehmer nach einem gewissen Zeitraum mehr Spaß und lösen die Aufgaben effektiver.

Fazit: Teambuilding ist mehr als ein Betriebsausflug
So schön gemeinsame Aktivitäten wie der alljährliche Betriebsausflug auch sind – Teambuilding-Maßnahmen können mehr sein: Es besteht die Möglichkeit, gemeinsame Seminare oder Tagungen zu nutzen, um den Team-Spirit zu stärken, beispielsweise auch mit professioneller Unterstützung durch einen Coach oder Sozialpädagogen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Spaß an der Sache und ein stetiger Vertrauensaufbau im Vordergrund stehen.
Erst wenn gegenseitiges Vertrauen herrscht und jeder seine Rolle sowie die der anderen im Team kennt, kann echter Teamgeist entstehen. Dieser Aspekt ist für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens wichtig. Erfolg hängt nicht ausschließlich von den Kompetenzen und Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter ab, sondern vor allem von einem positiven Betriebsklima. Dieses hat eindeutige Auswirkungen auf die Zufriedenheit und extrinsische Motivation der Mitarbeiter.

In vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat sich das Produktivitätswachstum verlangsamt. Deutschland ist dabei keine Ausnahme. Aktuell stagniert die gesamtwirtschaftliche Produktivität hierzulande sogar. Da vom Arbeitsvolumen perspektivisch kaum noch positive Wachstumsimpulse zu erwarten sind, stellt sich die Frage, wie das Potenzialwachstum der deutschen Volkswirtschaft über Produktivitätssteigerungen erhöht werden kann. Die Produktivität ist langfristig der entscheidende Faktor für materiellen Wohlstand. Zwischen den fortgeschrittenen Volkswirtschaften lassen sich weiterhin teils erhebliche Produktivitätsunterschiede feststellen. In Europa hat es zwar durchaus eine gewisse Konvergenz bei der Arbeitsproduktivität gegeben. Einige südeuropäische Länder haben jedoch den Anschluss an die produktiveren Volkswirtschaften verloren. Damit ging ein Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit einher, der nur teilweise wettgemacht werden konnte. Zwei wesentliche Faktoren für das Produktivitätswachstum sind Investitionen in physisches Kapital und technologischer Fortschritt. Daneben spielen Humankapital sowie öffentliche Institutionen eine wichtige Rolle. Investitionen und Produktivität stehen dabei in einer Wechselbeziehung. Investitionen in den Kapitalstock können die Produktivität steigern. Umgekehrt können Produktivitätssprünge zu neuen Investitionen führen. Andere Faktoren, etwa Finanzierungsbedingungen für Investitionen, dürften ebenfalls wichtig sein. Aufgabe des Staates ist es vor allem, attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen zu setzen. Dazu zählt nicht zuletzt eine funktionsfähige öffentliche Infrastruktur. Angesichts der allgegenwärtigen technologischen Neuerungen erscheint die schwache Produktivitätsentwicklung paradox. Für Deutschland dürften vor allem Verzögerungen beim Aufgreifen neuer Technologien relevant sein. Zudem ist ein breit angelegter Rückgang der Gründungsdynamik zu beobachten. Dies könnte auf die im internationalen Vergleich immer noch hohe Produkt- und Arbeitsmarktregulierung zurückzuführen sein. Insbesondere im Dienstleistungsbereich wäre ein Abbau von Markteintrittsbarrieren sinnvoll. Eine weitere Erklärung für das niedrigere Produktivitätswachstum liegt in der Alterung der Gesellschaft.
Durch lebenslanges Lernen können die Anpassung älterer Arbeitnehmer an moderne Technologien gesteigert und die Innovationsfähigkeit gestärkt werden. Zudem sollte bestehenden Defiziten bei der Gründungsfinanzierung, insbesondere bei der Bereitstellung von privatem Wagniskapital, begegnet werden. In vielen Bereichen, etwa in der Forschung oder bei digitalen Dienstleistungen, sind Skaleneffekte bedeutend. Eine Koordination auf europäischer Ebene, unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips, ist daher wünschenswert. Vor allem sollten bestehende Hürden zur Vollendung des Binnenmarkts im Dienstleistungsbereich abgebaut werden. Die Verschärfung des Entsenderechts geht diesbezüglich in die falsche Richtung. Die Wettbewerbsfähigkeit, nicht der Schutz der europäischen Wirtschaft muss im Vordergrund stehen. Produktivität: Wachstumsbedingungen verbessern
WICHTIGSTE BOTSCHAFTEN
Das Produktivitätswachstum hat sich in den entwickelten Volkswirtschaften verlangsamt. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist dies für Deutschland besonders problematisch.Bildung, Forschung und Innovation sind Voraussetzungen für ein höheres Produktivitätswachstum. Es gilt, die Transformation von Wissen in wirtschaftlichen Erfolg zu stärken. Dabei sind die richtigen Rahmenbedingungen für private Investitionstätigkeit zu setzen, die zu einer höheren Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft führen dürfte
Produktivität: Wachstumsbedingungen verbessern
Die Analysen des Sachverständigenrates zum Thema Produktivität sollen helfen, die gegenwärtigen Entwicklungen zu verstehen, und wirtschaftspolitische Wegeaufzeigen, wie die Wachstumskräfte langfristig gestärkt werden können. Wichtige Hinweise für die Ursachen des verlangsamten Produktivitätswachstums kann eine detaillierte Analyse auf disaggregierter Ebene geben. So beeinflussen Verschiebungen von Produktionsfaktoren zwischen Wirtschaftsbereichen die gesamtwirtschaftlich gemessene Produktivität, wenn sich die Produktivität in den einzelnen Bereichen unterscheidet. Zugleich kann die Analyse der Produktivitätsentwicklung auf Unternehmensebene Aufschluss übermögliche Bestimmungsgründe geben und damit Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung liefern. Schließlich beeinflussen der demografische Wandel und eine Veränderung der Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft die Produktivitätsentwicklung. Eng verbunden mit der Produktivität ist die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft, die nicht zuletzt durch die angebotsseitigen Rahmenbedingungen bestimmt wird. Gemäß der Empfehlung der EU sollen sich die nationalen Ausschüsse für Produktivität des Themas der Wettbewerbsfähigkeit annehmen (Rat der Europäischen Union, 2016). Ein wichtiger Faktor ist dabei die nicht-preisliche Wettbewerbsfähigkeit. Gelingt es Unternehmen, mit innovativen Produkten auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig zu sein, schlägt sich dies in einem steileren Wachstumspfad nieder. Die Leistungsfähigkeit der privaten Akteure sollte daher im Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Debatte stehen. Staaten sollten eine funktionsfähige Infrastruktur bereitstellen und gegebenenfalls Strukturreformen etwa im Bereich von Steuern und Regulierung angehen, um Wachstumskräfte freizusetzen.
Daneben kommt der preislichen Wettbewerbsfähigkeit eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung und den langfristigen Wohlstand zu. Hält das Produktivitätswachstum mit der Entwicklung der Löhne nicht Schritt, kann dies zu einem Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit führen.

Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit ist zwar ein wichtiger Faktor für die kurzfristige wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft. Anhaltendes Wachstum kann hingegen nicht durch interne oder externe Abwertung sichergestellt werden. Die wirtschaftspolitischen Möglichkeiten sind aufgrund der Tarifautonomie bei der Lohnsetzung in Deutschland ohnehin begrenzt. Der Einfluss des Staates hierauf, etwa über die Arbeitsmarktpolitik, ist nur mittelbar. Die nationalen Ausschüsse für Produktivität haben bei ihrer Analyse solche in den jeweiligen Mitgliedstaaten bestehenden einzelstaatlichen Lohnbildungspraktiken zu beachten (Rat der Europäischen Union, 2016). Von der Diskussion über die Produktivitätsentwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit ist diejenige über den deutschen Leistungsbilanzüberschuss zu trennen. Die Höhe des Leistungsbilanzsaldos einer Volkswirtschaft hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es fragwürdig, einen Zielwert für die Leistungsbilanz festzusetzen. Die Erfahrungen aus Krisen in Lateinamerika, Asien und nicht zuletzt im Euro-Raum zeigen, dass mit übermäßigen Leistungsbilanzdefiziten zwar das Risiko starker Anpassungsreaktionen einhergehen kann. Dies gilt aber nicht in gleichem Maße für Leistungsbilanzüberschüsse. Auf globaler Ebene können krisenhafte Entwicklungen in Defizitländern Auswirkungen auf Überschussländer haben. Die nationale Fiskalpolitik kann zwar Einfluss auf den Leistungsbilanzsaldo nehmen. Ein konkreter Wert für den Saldo stellt jedoch keine sinnvolle Zielgröße der Wirtschafts- und Fiskalpolitik dar. Vielmehr sollte Stabilisierungspolitik zum Ziel haben, die Wirtschaftsleistung am Potenzialniveau zu halten. Strukturelle, wirtschaftspolitische Bedingungen sollten zudem so angepasst werden, dass sie das Wachstumspotenzial stärken, unabhängig davon, ob sie die Leistungsbilanz beeinflussen. Dies kann dazu beitragen, den deutschen Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren.

Es finden gleichzeitig drei Revolutionen statt, die die strategischen Herausforderungen, mit denen sich Europa auseinandersetzen muss, zwangsläufig verändern werden.
Eine technische und wirtschaftliche Revolution:
Die Konvergenz digitaler, biologischer und industrieller Technologien und die starke Zunahme von für viele Menschen verfügbaren und bezahlbaren digitalen Werkzeugen überall und für praktisch jeden Zweck werden die Funktionsweise der Volkswirtschaften und der Gesellschaften grundlegend verändern.
Die neue Wissensgesellschaft bietet enorme Möglichkeiten in Bezug auf die Produktivität und die durchschnittlichen Wohlstandsgewinne sowie die Stärkung von Einzelpersonen.
Sie kann jedoch auch zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen führen:
Bereits jetzt können ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bei repetitiven Arbeiten mit geringfügigen Qualifikationsanforderungen, ein Anstieg der Ungleichheiten innerhalb von Gesellschaften (mehr als zwischen Ländern) und eine relative Verarmung der Mittelschicht in Industrieländern, unter anderem auch in Europa, beobachtet werden

Eine gesellschaftliche und demokratische Revolution:
Stärkere und besser vernetzte Einzelpersonen werden kreativer, dynamischer und weniger dazu geneigt sein, ein Leben lang im selben Beschäftigungsverhältnis zu bleiben. Sie werden jedoch auch anspruchsvoller und kritischer sein. Dadurch könnten eine grundlegende Erneuerung des Gesellschaftsvertrags und die Erfindung neuer Formen von Staatsführung und Politik möglich werden. Es wird jedoch dadurch schwieriger, im Kollektiv zu gestalten und gemeinsame Ansätze über traditionelle Strukturen wie Parteien und Gewerkschaften zu entwickeln.
Systemkritische Einstellungen werden sich möglicherweise weiter verbreiten, und auch der Rückgriff auf weniger traditionelle und eher lokale Initiativen steigt. Auf jeden Fall wird der Druck für größere Rechenschaftspflicht und mehr Transparenz auf den verschiedenen Ebenen der Staatsführung zunehmen.

Eine geopolitische Revolution:
Der Aufstieg Asiens wird weitergehen, und fast zwei Jahrhunderte der globalen Dominanz durch den europäischen Kontinent und die USA nähern sich ihrem Ende. Gemeinsam mit dem Auftreten neuer Mächte in Lateinamerika und möglicherweise Afrika wird dies zu einer zunehmend multipolaren Welt führen. Die Globalisierung wird nicht länger nur von westlichen Mächten vorangetrieben werden, die für mehr Demokratie, offenere Märkte und eine friedliche internationale Zusammenarbeit einstehen.
Dieser Paradigmenwechsel könnte durchaus eher konfrontative Umgangsformen zwischen Schlüsselakteuren wie den USA und China herbeiführen. Der multilaterale Rahmen der Nachkriegszeit könnte daher zunehmend unter Druck geraten, womit die kollektive Fähigkeit, steigende Interdependenz auf wirksame Art zu handhaben, gefährdet wird.

In diesem Zusammenhang sind eine Gefährdung der internen Stabilität der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten durch den Terrorismus, zunehmende Ungleichheiten und Populismus möglich, während ihre Sicherheit durch die politische und soziale Destabilisierung in benachbarten Ländern bedroht wird.
Die Europäische Union wird all ihre Kräfte und ihre Widerstandsfähigkeit für die Erhaltung ihrer Werte, ihres Wohlstands und ihrer Sicherheit und womöglich sogar für das Weiterbestehen in ihrer jetzigen Form aufbringen müssen. Zunehmende Geschwindigkeit von Veränderungen und der Druck der Kurzfristigkeit. Es besteht ein allgemeiner Konsens darüber, dass sich wissenschaftliche und technologische Entwicklungen beschleunigen werden. Während ein Vierteljahrhundert erforderlich war, bis die Elektrizität von der breiten Bevölkerung genutzt wurde, sind nur zehn Jahre von der Sequenzierung des menschlichen Genoms bis zu dessen Routinenutzung vergangen. In diesem kurzen Zeitraum sind Kosten und Implementierungszeit um das Zehnfache gesunken.
Neue Technologien stoßen zügiger denn je in den Alltag vor.

Steuerung von Komplexität
Komplexität gehört bereits für viele Menschen zum alltäglichen Leben und wird 2030 noch stärker zu spüren sein. Mehrere Kräfte treiben diesen Prozess voran, darunter die ständig steigenden sozialen und ökologischen Ansprüche der Gesellschaft sowie das weit verbreitete Streben nach mehr Verbrauchsgütern, Nervenkitzel und Freizeit. Zum Teil ist es auch auf die Mobilität von Menschen und Gütern und die Möglichkeit zurückzuführen, mehrere Leben im zeitlichen Rahmen eines einzigen Lebens auszukosten. Daher beginnt die Komplexität beim Individuum. Komplexität entsteht auch aufgrund der schwierigen und undurchsichtigen Verfahren und Methoden von Schlüsselproblemen und ereignissen. Die Mechanismen der Wirtschaftskrise beispielsweise sind auch für Experten schwer zu verstehen, die sich häufig auf keine Erklärung einigen können. Daher können Menschen nicht verstehen, wovon ihre Lebensqualität bestimmt wird, sei es in der Bildung, der Produktion oder der Bereitstellung von öffentlichen Gütern.
Frustration ist die Folge.
Steigende Unsicherheit kann jedoch auch Innovation und Kreativität stimulieren und den Weg für eine alternative Zukunft ebnen. Komplexität kann das Spektrum möglicher Maßnahmen erweitern und die Dichte des sozialen und wirtschaftlichen Lebens erhöhen. Neue Methoden und neue Instrumente, insbesondere die Verarbeitung großer Datenmengen (Big Data) und künstliche Intelligenz, eröffnen neue Wege für die Bewältigung von sowohl Unsicherheit als auch Komplexität.

Agile und adaptive Strukturen
Eine sich rapide ändernde, komplexe und multiple Welt macht agile und adaptive Strukturen erforderlich, mit denen eine neue Umwelt gesteuert werden kann, ohne sie jedoch zu zerstören. Die Welt der Zukunft, in der Volatilität, Unvorhersehbarkeit und Komplexität vereint werden, wird interdisziplinäre Ansätze erforderlich machen, die Antizipation ermöglichen, Reaktion erleichtern und Widerstandsfähigkeit stärken. Vor allem wird die Priorisierung von langfristigen Zielen und Strategien erforderlich.

Dies wird nicht so weithin anerkannt, wie es der Fall sein sollte:
Das Anhalten der Kurzfristigkeit lässt vermuten, dass gegenwärtige Politik und Unternehmensstrukturen nicht förderlich für derartige Verhaltensweisen sind. Öffentliche Behörden müssen darüber nachdenken, wie langfristigere Strategien und Innovationen gefördert und belohnt werden können.
The Oxford Martin Commission for Future Generations, 2014. Securing the long term in national and international decision making.
Der Bericht Now for the Long Term ist das Ergebnis eines einjährigen Prozesses und einer ebenso langen Debatte unter dem Vorsitz von Pascal Lamy über die Erfolge und Misserfolge bei der Bewältigung globaler Herausforderungen während der letzten Jahrzehnte. In diesem Bericht wird eine tiefgreifende Änderung in Politik und Wirtschaft im Hinblick auf die Integration langfristigen Denkens gefordert, wobei gleichzeitig praktische Empfehlungen für Maßnahmen ausgesprochen werden, anhand deren eine robustere, integrativere und nachhaltigere Zukunft gestaltet werden soll.
Die aktuellen Erkenntnisse hat Dieter Trollmann in seinem neuesten Buch zusammengetragen.
Wir müssen unter anderem erkennen, dass die neue Quelle des Wohlstands die menschliche Intelligenz ist
mit der ISBN 9783755788690

Ihr Buchprojekt
Sehr geehrter Herr Trollmann,

wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass die Titelmeldung Ihres E-Books Wir müssen unter anderem erkennen, dass die neue Quelle des Wohlstands die menschliche Intelligenz ist mit der ISBN 9783755788690 an unsere Handelspartner erfolgt ist.

Ihr E-Book-Ladenpreis (inkl. MwSt) ist: 9.99 EUR
Ihr E-Book-Aktionspreis (inkl. MwSt) ist: 5.49 EUR
Laufzeit ab Aktionsstart: 4 Woche(n)

Der Vertrieb Ihres E-Books erfolgt im Format epub.

Ihr E-Book wird in Kürze in den bekannten E-Book-Shops wie z. B. dem Amazon Kindle Shop, den Tolino Shops, Apple iBooks oder Google Play sowie in vielen anderen Online-Shops und bei über 2.000 Online-Buchhandlungen erhältlich sein.

Auch international sind E-Books, die Sie bei uns veröffentlichen, für Leserinnen und Leser verfügbar: über zahlreiche Händler in 30 europäischen Ländern, in den USA und Kanada über Apple iBooks und Kobo sowie viele Titel auch weltweit über den Amazon Kindle Shop.

Bitte beachten Sie, dass aufgrund unterschiedlicher Händlervorgaben und Sortimente nicht alle Titel überall erhältlich sind.

Die vollständige Listung in den belieferten Shops dauert in der Regel 6-96 Stunden. Anschließend ist Ihr E-Book auch im BoD Buchshop verfügbar.

Wenn Sie hierzu Fragen haben, dann wenden Sie sich gern an uns.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem E-Book!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BoD-Kundenservice

Ein wirtschaftlicher Aufholprozess ist dringend erforderlich, um ein verlorenes Jahrzehnt abzuwenden

Mangelnde Voraussicht, Nichtbereitschaft zu handeln, wenn Maßnahmen einfach und wirksam wären, Mangel an klarem Denken, ein Durcheinander von Ratschlägen, bis der Notfall eintritt, bis der Selbsterhaltungstrieb Alarm schlägt – dies alles sind die Merkmale der endlosen Wiederholung der Geschichte.

Globale Trends bis 2030: Kann die EU die anstehenden Herausforderungen bewältigen?

Die starken Kräfte, die den globalen, in den frühen Neunzigern begonnenen Wandel steuern, verändern die Welt immer tiefgreifender und schneller. Die Welt wird zusehends komplexer, herausfordernder und auch unsicherer.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. © 2021 Dieter Trollmann Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand, Norderstedt ISBN: 978-3-7557-3683-7

Oder bei Amazon:
www.amazon.de/dp/3755736837/ref=cm_r_wa_api_glt_i_TWTWW6RV5PQ6MMM5HEC9

Dieter Trollmann

Dipl. Betriebswirt, Unternehmensberater

Trainingsschwerpunkte:
Management-Training
Teamtraining, Teambildung und –entwicklung
Vertriebstraining
Kommunikation,
Motivationstraining,
Konfliktmanagement,

Langjährige Praxiserfahrung in den Bereichen:
Unternehmensberatung, Restrukturierung & Sanierung, Organisationsberatung- und Effizienzmanagement, Marketing/Vertrieb, Teambildung- Teamentwicklung, Kommunikation, Coaching.

Inhalt Auszug:
Umgestaltung der Wirtschaft
■ Europa benötigt eine neue Plattform für nachhaltiges, anhaltendes Wirtschaftswachstum. Es ist gefährlich, Wachstum als zyklisches Phänomen anzusehen, das wieder zurückkehren wird. Ein hohes Schuldenniveau ist ein schweres Handicap in Europa und in anderen Teilen der Welt, und die Schwellenländer sind nicht unbedingt dazu bestimmt, ein kraftvoller Motor für die Weltwirtschaft zu sein. Das Ziel der Konjunkturbelebung in Europa kann vor allem durch Innovation, und zwar nicht allein digitale oder technologische, sondern auch gesellschaftliche Innovation sowie Innovation in der Gestaltung und Ausführung der Ordnungspolitik selbst erreicht werden.

■ Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen zur Förderung der europäischen Wirtschaft. Eine stärkere Konvergenz öffentlicher und privater Investitionen, unter anderem die Einbeziehung privater Rücklagen, würde die Schaffung von Arbeitsplätzen stimulieren und dazu beitragen, das europäische Modell der sozialen Marktwirtschaft zu erhalten.

■ Vollendung des Binnenmarkts.
Der Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen ist noch lange nicht vollendet, vor allem aufgrund des Widerstandes einzelner Akteure, die ein Interesse daran haben, den Status quo aufrechtzuerhalten. Tatsächlich sind selbst für die Bereiche, die der Vollendung näher sind, wie der Industriesektor, regelmäßige Aktualisierungen erforderlich, um Marktentwicklungen zu berücksichtigen. Selbst im Dienstleistungssektor, wo das Wachstumspotenzial am größten ist, wird die Kluft
immer größer. Kraftvolle Initiativen sind erforderlich, um derartige Trends umzukehren.

■ Verbesserte Steuerung des Euroraums.
Die Verwaltung und Senkung der öffentlichen Schulden im Euroraum sowie
die endgültige Sanierung des Bankensystems werden politische Einheit und Entschlossenheit erfordern. Kurz und mittelfristige Aufgaben sind die Koordinierung und Durchführung wichtiger wirtschaftlicher Reformen in den Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten und die Vollendung der Wirtschafts und Währungsunion (WWU). Eine längerfristige Agenda könnte die verbesserte Koordinierung der Steuer und Arbeitspolitik zur Anpassung an die verbesserte Haushalts und wirtschaftspolitische Überwachung, Fortschritte in Richtung projektbezogener Anleihen und möglicherweise angemessene zentrale Finanzierungsmöglichkeiten beinhalten.
Bei all diesen Verfahren wird es unerlässlich sein, einen ausreichenden Zusammenhalt zwischen den Mitgliedstaaten innerhalb und außerhalb des Euroraums aufrechtzuerhalten.

Förderung einer Gesellschaft des Wandels und der Innovation

■ Eine wirkliche digitale Revolution. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten müssen mit den Spitzenakteuren gleichziehen, um eine gewisse Führung in der technischen und industriellen Innovation wiederzuerlangen, insbesondere im schnell wachsenden digitalen Wirtschaftssektor. Dafür ist es wichtig, dass die Akteure Spitzenforschung liefern können und dass ihnen der Markteintritt erleichtert wird. Einzelpersonen werden neue Muster des Verbrauchs, der Arbeit und der Kommunikation annehmen müssen. Auf europäischer Ebene wird die Vollendung des Binnenmarkts wesentlich sein, um der Europäischen Union zu ermöglichen, ein höheres Wachstum ohne Schulden zu erreichen und die aktuelle Arbeitslosenrate zu senken.

■ Aufbau eines europäischen Raums für Forschung und Innovation.
Trotz der EU Programme führt die Fragmentierung der Forschung und Entwicklung sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor zu Ineffizienz, Mangel an kritischer Masse und vielen unterschiedlichen Produktstandards. Die Mobilität der Wissenschaftler zwischen der akademischen Welt und der Industrie und mutige Initiativen sind sicherlich wichtige Voraussetzungen für wirksamere Investitionen und maximale Innovation.

■ Umdenken in der Bildung.
Die Rentabilität von Investitionen in das Bildungssystem muss in ganz Europa gründlich neu bewertet werden. Die gegenwärtig hohen Ausgaben verhindern nicht ein zunehmendes Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und nachfrage, den digitalen Analphabetismus und vorzeitigen Schulabgang, der zur Ausgrenzung vieler junger oder auch älterer Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt führt. Eine unzulängliche sprachliche Ausbildung ist ein Hemmnis für die Arbeitskräftemobilität. Europas frühere Fortschritte in Bezug auf wichtige arbeitsmarktrelevante Kompetenzen gehen mitunter im Vergleich mit anderen führenden oder Schwellenländern verloren. Neue Bildungsmaßnahmen und neue Strategien für lebenslanges Lernen sollten auf dauerhafte Spitzenleistungen und eine größere Beteiligung am Arbeitsmarkt abzielen

Mangelnde Voraussicht, Nichtbereitschaft zu handeln, wenn Maßnahmen einfach und wirksam wären, Mangel an klarem Denken, ein Durcheinander von Ratschlägen, bis der Notfall eintritt, bis der Selbsterhaltungstrieb Alarm schlägt – dies alles sind die
Merkmale der endlosen Wiederholung der Geschichte.

Globale Trends bis 2030: Kann die EU die anstehenden Herausforderungen bewältigen?

Die starken Kräfte, die den globalen, in den frühen Neunzigern begonnenen Wandel steuern, verändern die Welt immer tiefgreifender und schneller. Die Welt wird zusehends komplexer, herausfordernder und auch unsicherer.

Dieter Trollmann 

1) Umgestaltung der Wirtschaft
■ Europa benötigt eine neue Plattform für nachhaltiges, anhaltendes Wirtschaftswachstum. Es ist gefährlich, Wachstum als zyklisches Phänomen anzusehen, das wieder zurückkehren wird. Ein hohes Schuldenniveau ist ein schweres Handicap in Europa und in anderen Teilen der Welt, und die Schwellenländer sind nicht unbedingt dazu bestimmt, ein kraftvoller Motor für die Weltwirtschaft zu sein. Das Ziel der Konjunkturbelebung in Europa kann vor allem durch Innovation, und zwar nicht allein digitale oder technologische, sondern auch gesellschaftliche Innovation sowie Innovation in der Gestaltung und Ausführung der Ordnungspolitik selbst erreicht werden.
■ Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen zur Förderung der europäischen Wirtschaft. Eine stärkere Konvergenz öffentlicher und privater Investitionen, unter anderem die Einbeziehung privater Rücklagen, würde die Schaffung von Arbeitsplätzen stimulieren und dazu beitragen, das europäische Modell der sozialen Marktwirtschaft zu erhalten.
■ Vollendung des Binnenmarkts.
Der Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen ist noch lange nicht vollendet, vor allem aufgrund des Widerstandes einzelner Akteure, die ein Interesse daran haben, den Status quo aufrechtzuerhalten. Tatsächlich sind selbst für die Bereiche, die der Vollendung näher sind, wie der Industriesektor, regelmäßige Aktualisierungen erforderlich, um Marktentwicklungen zu berücksichtigen. Selbst im Dienstleistungssektor, wo das Wachstumspotenzial am größten ist, wird die Kluft
immer größer. Kraftvolle Initiativen sind erforderlich, um derartige Trends umzukehren.

■ Verbesserte Steuerung des Euroraums.
Die Verwaltung und Senkung der öffentlichen Schulden im Euroraum sowie
die endgültige Sanierung des Bankensystems werden politische Einheit und Entschlossenheit erfordern. Kurz und mittelfristige Aufgaben sind die Koordinierung und Durchführung wichtiger wirtschaftlicher Reformen in den Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten und die Vollendung der Wirtschafts und Währungsunion (WWU). Eine längerfristige Agenda könnte die verbesserte Koordinierung der Steuer und Arbeitspolitik zur Anpassung an die verbesserte Haushalts und wirtschaftspolitische Überwachung, Fortschritte in Richtung projektbezogener Anleihen und möglicherweise angemessene zentrale Finanzierungsmöglichkeiten beinhalten.
Bei all diesen Verfahren wird es unerlässlich sein, einen ausreichenden Zusammenhalt zwischen den Mitgliedstaaten innerhalb und außerhalb des Euroraums aufrechtzuerhalten.
■ Entwicklung einer wirklichen Energieunion und Bekämpfung des Klimawandels.
Der zersplitterte Energiemarkt und der Übergang zu erneuerbaren Energiequellen müssen zügig und umfassend behandelt werden, und zwar durch Maßnahmen, durch die auch die wahrhaftig riskante gegenwärtige Abhängigkeit von externen Quellen reduziert wird. Sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Wettbewerbsfähigkeit sollten verbessert werden. Das Ziel einer wirklichen Energieunion sollte auch zu den Bemühungen der Europäischen Union beitragen, die Emissionen angesichts der Gefahren durch den Klimawandel zu senken.

2) Förderung einer Gesellschaft des Wandels und der Innovation
■ Eine wirkliche digitale Revolution. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten müssen mit den Spitzenakteuren gleichziehen, um eine gewisse Führung in der technischen und industriellen Innovation wiederzuerlangen, insbesondere im schnell wachsenden digitalen Wirtschaftssektor. Dafür ist es wichtig, dass die Akteure Spitzenforschung liefern können und dass ihnen der Markteintritt erleichtert wird. Einzelpersonen werden neue Muster des Verbrauchs, der Arbeit und der Kommunikation annehmen müssen. Auf europäischer Ebene wird die Vollendung des Binnenmarkts wesentlich sein, um der Europäischen Union zu ermöglichen, ein höheres Wachstum ohne Schulden zu erreichen und die aktuelle Arbeitslosenrate zu senken.
■ Aufbau eines europäischen Raums für Forschung und Innovation.
Trotz der EU Programme führt die Fragmentierung der Forschung und Entwicklung sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor zu Ineffizienz, Mangel an kritischer Masse und vielen unterschiedlichen Produktstandards. Die Mobilität der Wissenschaftler zwischen der akademischen Welt und der Industrie und mutige Initiativen sind sicherlich wichtige Voraussetzungen für wirksamere Investitionen und maximale Innovation.
■ Umdenken in der Bildung.
Die Rentabilität von Investitionen in das Bildungssystem muss in ganz Europa gründlich neu bewertet werden. Die gegenwärtig hohen Ausgaben verhindern nicht ein zunehmendes Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und nachfrage, den digitalen Analphabetismus und vorzeitigen Schulabgang, der zur Ausgrenzung vieler junger oder auch älterer Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt führt. Eine unzulängliche sprachliche Ausbildung ist ein Hemmnis für die Arbeitskräftemobilität. Europas frühere Fortschritte in Bezug auf wichtige arbeitsmarktrelevante Kompetenzen gehen mitunter im Vergleich mit anderen führenden oder Schwellenländern verloren. Neue Bildungsmaßnahmen und neue Strategien für lebenslanges Lernen sollten auf dauerhafte Spitzenleistungen und eine größere Beteiligung am Arbeitsmarkt abzielen.

3) Bekämpfung wachsender Ungleichheiten und Ausgrenzung
■ Wachsende Ungleichheiten werden den Zusammenhalt in der Europäischen Union zunehmend beeinflussen und ihre wirtschaftliche Stärke gefährden. Bisher ist es der Europäischen Union nicht gelungen, gering qualifizierte Arbeitnehmer und andere soziale Gruppen, die am stärksten von der Globalisierung betroffen sind, wieder einzugliedern. Auf die kommende technologische Revolution, durch die sich die Kluft zwischen den „Gewinnern“ und „Verlierern“ dramatisch vergrößern könnte, ist sie noch weniger vorbereitet. Um die zunehmende gesellschaftliche Spaltung zu verhindern, sollten sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten – ein jeder in seinem Zuständigkeitsbereich – auf Folgendes konzentrieren: weniger starre Arbeitsmärkte, integrativere Bildungssysteme, die Beseitigung von Hemmnissen für Initiativen und Wettbewerb und steigende Investitionen in das Gesundheitswesen. Für Bürger, die von Ausgrenzung betroffen oder davon bedroht sind, sollte es Maßnahmen geben, durch die sie mit den auf dem Arbeitsmarkt erforderlichen Fertigkeiten ausgestattet werden und durch die sie allgemein wieder in aktives Gemeinschaftsleben eingegliedert werden.
■ Neugestaltung der Migrationsdebatte.
Viele Mitgliedstaaten der Europäischen Union sehen sich wachsendem Druck durch hohe Einwanderungsniveaus gegenüber, die eine Herausforderung für den Zusammenhalt ihrer Gesellschaften darstellen. Dieser Druck, insbesondere aus
der südlichen Nachbarschaft, dürfte in den kommenden Jahrzehnten aus demografisch und politisch bedingten Gründen weiter zunehmen. Dieses Problem ist nicht einfach zu lösen. Gleichzeitig bedeutet das Altern der europäischen Bevölkerung, dass es langfristig weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter geben wird, die die Wirtschaft in Gang halten. Vor 2030 muss die Migrationspolitik im Hinblick auf eine sorgsamere Migrationsstrategie umgestaltet werden, die wirtschaftlich nachhaltiger und humaner ist.

4) Stärkung von Einzelpersonen und Demokratie
■ Die Wirksamkeit politischer Strategien und die politische Rechenschaftspflicht verbessern. Die zunehmende Komplexität der Regierungsführung und die wachsende Informationsvielfalt bedeuten, dass die Bürger die von Politikern auf nationaler und europäischer Ebene gemachten Pläne und Versprechen oft aus den Augen verlieren.
Dies führt zu einem Mangel an Vertrauen, durch den der politische und soziale Zusammenhalt gefährdet werden kann. Auf allen Ebenen müssen integrative und effiziente Wege eingeführt werden, mit denen die Demokratie geschützt und vertieft werden kann, ohne die Werte und die Gerechtigkeit des bestehenden Regierungssystems zu untergraben. Auf EU Ebene sind weitreichende Reformen
in Bezug auf die Interaktion der EU mit ihren Mitgliedstaaten und Bürgern erforderlich.
Diese könnten folgende Elemente umfassen:
eine deutlichere Festlegung von Prioritäten; systematischer Respekt für das Subsidiaritätsprinzip; funktionelle Transparenz; klarere Kommunikationswege und modernisierte Governance Systeme, einschließlich einer besseren Abstimmung zwischen den Institutionen und einer deutlicheren Aufteilung der Aufgaben zwischen ihnen.
5) Stärkung der internationalen Rolle der Europäischen
Union
■ Aufgrund der zunehmend unsicheren Welt jenseits ihrer Außengrenzen, die sich in der Rückkehr zur Geopolitik, einem geringeren Engagement der USA und immer mehr Unruhen in der Nachbarschaft äußert, sieht sich die Europäische Union bedeutenden externen Herausforderungen gegenüber. Die Europäer werden eine größere kollektive Verantwortung für ihre Sicherheit und Verteidigung übernehmen müssen. Die Europäische Union verfügt jedoch bei Weitem nicht über genügend angemessene politische Strategien, Instrumente und einen strategischen Fokus, um effektiv mit derartigen Bedrohungen umzugehen.

Trotzdem muss die EU künftig
• Stabilität und Entwicklung in ihrer weiteren strategischen Nachbarschaft fördern, einschließlich vertiefter Beziehungen zu Schlüsselakteuren, während der gegenwärtige Abwärtstrend bei den Verteidigungsausgaben umgekehrt werden muss, um die Sicherheit der Europäischen Union zu erhalten und handlungsfähig zu sein, falls dies erforderlich ist;
• das globale System stärken, indem ein multilateraler Rahmen gefördert wird, der an die neue, multipolare Welt angepasst ist und dennoch weiter auf universellen
Werten basiert;
• seine Bündnisse weiterentwickeln und Beziehungen mit aufstrebenden Mächten aufbauen. Bestehende strategische Partnerschaften, insbesondere mit den USA als
Schlüsselpartner, sollten vertieft werden. Derartige Partnerschaften sollen zur Förderung der wirtschaftlichen Integration beitragen. Sie sollten aber auch, wo angemessen, um Sicherheits und verteidigungspolitische Dimensionen, grenzüberschreitende Investitionen und die Steuerung von Migrationsströmen erweitert werden. Aufstrebende Mächte sollten nicht isoliert werden. Stattdessen sollten Beziehungen zu ihnen aufgebaut werden; und sie sollten ermutigt werden, verstärkt globale Verantwortung zu übernehmen.
Der Aufstieg
Chinas als grundlegender „Game Changer“ macht eine Neubewertung der Beziehungen der Europäischen Union zu diesem Land erforderlich, wobei es insbesondere die künftige Bedeutung Chinas zu berücksichtigten gilt. Überblick – eine Welt der steigenden Komplexität, Unsicherheit und des
schnellen Wandels.
Probleme kann man niemals auf derselben Ebene lösen, auf der sie entstanden sind. Man muss sie von der nächsthöheren Ebene aus betrachten.
Albert Einstein
Eine neue Ära

Der globale Wandel begann in den frühen 1990er Jahren. Was einst als linearer Fortschritt auf dem Weg zu mehr Demokratie, offeneren Märkten und einer friedlichen internationalen Zusammenarbeit erschien, scheint nun schwächer zu werden. Es ist unwahrscheinlich, dass dies 2030 das vorherrschende Paradigma sein wird.
Es finden gleichzeitig drei Revolutionen statt, die die strategischen Herausforderungen, mit denen sich Europa auseinandersetzen muss, zwangsläufig verändern werden.
Eine technische und wirtschaftliche Revolution:
Die Konvergenz digitaler, biologischer und industrieller Technologien und die starke Zunahme von für viele Menschen verfügbaren und bezahlbaren digitalen Werkzeugen überall und für praktisch jeden Zweck werden die Funktionsweise der Volkswirtschaften und der Gesellschaften grundlegend verändern. Die neue Wissensgesellschaft bietet enorme Möglichkeiten in Bezug auf die Produktivität und die durchschnittlichen Wohlstandsgewinne sowie die Stärkung von Einzelpersonen.
Sie kann jedoch auch zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen führen:
Bereits jetzt können ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bei repetitiven Arbeiten mit geringfügigen Qualifikationsanforderungen, ein Anstieg der Ungleichheiten innerhalb von Gesellschaften (mehr als zwischen Ländern) und eine relative Verarmung der Mittelschicht in Industrieländern, unter anderem auch in Europa, beobachtet werden

Eine gesellschaftliche und demokratische Revolution:
Stärkere und besser vernetzte Einzelpersonen werden kreativer, dynamischer und weniger dazu geneigt sein, ein Leben lang im selben Beschäftigungsverhältnis zu bleiben. Sie werden jedoch auch anspruchsvoller und kritischer sein. Dadurch könnten eine grundlegende Erneuerung des Gesellschaftsvertrags und die Erfindung neuer Formen von Staatsführung und Politik möglich werden. Es wird jedoch dadurch schwieriger, im Kollektiv zu gestalten und gemeinsame Ansätze über traditionelle Strukturen wie Parteien und Gewerkschaften zu entwickeln.
Systemkritische Einstellungen werden sich möglicherweise weiter verbreiten, und auch der Rückgriff auf weniger traditionelle und eher lokale Initiativen steigt. Auf jeden Fall wird der Druck für größere Rechenschaftspflicht und mehr Transparenz auf den verschiedenen Ebenen der Staatsführung zunehmen.
Eine geopolitische Revolution:
Der Aufstieg Asiens wird weitergehen, und fast zwei Jahrhunderte der globalen
Dominanz durch den europäischen Kontinent und die USA nähern sich ihrem Ende. Gemeinsam mit dem Auftreten neuer Mächte in Lateinamerika und möglicherweise Afrika wird dies zu einer zunehmend multipolaren Welt führen. Die Globalisierung wird nicht länger nur von westlichen Mächten vorangetrieben werden, die für mehr Demokratie, offenere Märkte und eine friedliche internationale Zusammenarbeit einstehen.
Dieser Paradigmenwechsel könnte durchaus eher konfrontative Umgangsformen zwischen Schlüsselakteuren wie den USA und China herbeiführen. Der multilaterale Rahmen der Nachkriegszeit könnte daher zunehmend unter Druck geraten, womit die kollektive Fähigkeit, steigende Interdependenz auf wirksame Art zu handhaben, gefährdet wird. Destruktiv orientierte, nichtstaatliche Akteure, die mitunter von religiösem Fanatismus angefacht sind, könnten zunehmend Schlupflöcher nutzen. Gleichzeitig tut sich die internationale Gemeinschaft schwer, immer zahlreichere schwache und gescheiterte Staaten zu halten und wiederaufzubauen.

In diesem Zusammenhang sind eine Gefährdung der internen Stabilität der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten durch den Terrorismus, zunehmende Ungleichheiten und Populismus möglich, während ihre Sicherheit durch die politische und soziale Destabilisierung in benachbarten Ländern bedroht wird.
Die Europäische Union wird all ihre Kräfte und ihre Widerstandsfähigkeit für die Erhaltung ihrer Werte, ihres Wohlstands und ihrer Sicherheit und womöglich sogar für das Weiterbestehen in ihrer jetzigen Form aufbringen müssen. Zunehmende Geschwindigkeit von Veränderungen und der Druck der Kurzfristigkeit. Es besteht ein allgemeiner Konsens darüber, dass sich wissenschaftliche und technologische Entwicklungen beschleunigen werden. Während ein Vierteljahrhundert erforderlich war, bis die Elektrizität von der breiten Bevölkerung genutzt wurde, sind nur zehn Jahre von der Sequenzierung des menschlichen Genoms bis zu dessen Routinenutzung vergangen. In diesem kurzen Zeitraum sind Kosten und Implementierungszeit um das Zehnfache gesunken.
Neue Technologien stoßen zügiger denn je in den Alltag vor.

Voraussichtlich beschleunigt die Globalisierung – eng vernetzt mit der rasanten Entwicklung neuer Informationstechnologien – die Veränderungsrate weiter: Informationen werden unverzüglich über Medien und soziale Netzwerke verbreitet, Unternehmen agieren unter zunehmendem Druck von Aktionären, das
Erwerbsleben gestaltet sich immer intensiver. All dies impliziert, dass wichtige Entscheidungen über alle sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereiche hinweg vorwiegend kurzfristig angelegt sind. Dies wird zunehmend zu einer Schwachstelle.

Wir müssen unteranderem erkennen, dass die neue Quelle des Wohlstands die menschliche Intelligenz ist.
Nicht mehr Land oder Geld oder Rohstoffe oder Technologie sind entscheidend – entscheidend sind die Köpfe und Kompetenzen der Menschen.
Seit Jahren reden Unternehmensleiter davon, die Mitarbeiter seien ihr wichtiges Vermögen. Kaum ein Unternehmen verfügt über eine Möglichkeit, dieses sogenannte intellektuelle Kapital auch nur zu bemessen.
Doch wenn man die Leute in den Organisationen befragt, inwieweit sie ihrer Meinung nach ihren „Verstand“ am Arbeitsplatz nutzen, lautet die Standartantwort meist:

• „Rund 20 Prozent.“
• Würden wir nur weitere 10 Prozent hinzufügen – um wieviel effektiver könnten unsere Organisationen sein!
• Für mich ist das die entscheidende Herausforderung – sie verlangt nach gänzlich anderen Führungskompetenzen.

Die alte Denkhaltung lässt sich mit drei Worten zusammenfassen:

• Kontrollieren,
• Anordnen und
• Voraussagen.

Wir werden einen zunehmend raschen Wandel erleben. Und um diesen Wandel bewältigen zu können, müssen unsere Organisationen aus ihren Angeln gehoben werden. Auch das Personalwesen wird eine völlig neue Aufgabe übernehmen müssen. Es geht um die Erarbeitung von Methoden zum Verständnis und zur Schaffung von intellektuellem Kapital. Die Mitarbeiter im Personalwesen werden eng mit Topmanagern und Unternehmensleitung zusammenarbeiten müssen, um diese kreative Kollaboration innerhalb der Organisation zu fördern und die Intention Wirklichkeit werden zu lassen.

Wenn Intelligenz in der Wirtschaft von morgen als Vermögenswert ist, werden wir dafür sorgen müssen, dass jeder ein Recht darauf hat, an diesem Vermögen teilzuhaben.
Natürlich trägt auch jeder von uns eine ganz individuelle Verantwortung. Wir müssen erkennen, dass unser künftiges Wohlergehen von unseren Kompetenzen und unserer Bildung abhängig ist, und deshalb müssen wir unsere Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln und erneuern.

Wir müssen Bildung als einen nie endenden Prozess auffassen, wenn wir für die Organisation und die Gesellschaft von Nutzen sein und an der Vermögensform teilhaben wollen.

Innovation als Teil der Unternehmensstrategie

Ortung von Innovationsmöglichkeiten
Die rechtzeitige Ortung und Anstrengung von Innovationsfeldern ist eng verknüpft mit der langfristig orientierten Unternehmenssteuerung.

Produktinnovation von heute schaffen die die Märkte und Erfolgsmöglichkeiten für morgen und übermorgen.
Für die rechtzeitige Ortung von Innovations-potentialen sind die gleichen Methoden brauchbar und nützlich, wie sie in den letzten Jahren in der Unternehmensstrategie entstanden sind.
Die über das Tagesgeschäft hinausreichende nachhaltige Sicherung der Überlebens- und Ertragsfähigkeit der Unternehmung.
Die Unternehmensstrategie umfasst dabei weit mehr als nur die Innovationen. Sie bezieht sich auf alle Aktivitäten der Unternehmung.
Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass für die Unternehmenssteuerung aus dieser Entwicklung eine „dritte Führungsgröße“ neben Liquidität und Erfolg entstehen wird.

Das Erfolgspotential.

Vom konkreten Inhalt her versteht man darunter alle materiellen und personellen Voraussetzungen, die spätestens dann bestehen müssen, wenn es um die Realisierung des Erfolges in einem konkreten Geschäftsgebiet geht.
Die strategische Unternehmensführung als eine Vorsteuerungsaufgabe in Bezug auf die spätere Erfolgsrealisierung besteht aus der

• Suche,
• Schaffung und
• Erhaltung

hoher und sicherer Erfolgspotentiale, was stets das rechtzeitige Orten von Erfolgspotentialen einschließt.
Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das „Erfolgspotential“ in seiner gesamten Systematik und in allen seinen Dimensionen ähnlich durchstrukturiert und vor allem auch zu einem allgemeinen Wissensbesitz bei der Unternehmensführung geworden ist.

Ohne Problem ist Innovation zwecklos.
Innovatives Lösungswissen ist prinzipiell nur dort interessant, wo es gebraucht werden kann.

Wo es keine Probleme zu lösen gibt, sind innovative Ideen und alles damit verbundene Wissen zwecklos und wirkungslos.

Das ist von der Logik her zwar selbstverständlich!
Aber in der Praxis lässt sich nicht ohne weiteres leicht danach handeln:

• Einfach deshalb, weil manche Anwenderprobleme sich fortgesetzt verändern oder gar völlig verschwinden können.
• Break-Even-Punkte für Innovationen.

Innovationen haben nicht nur die Eigenschaft, dass sie das Bestehende „kreativ zerstören“, sie schaffen oft gleichzeitig auch innovative Möglichkeiten, die nicht nur das Bestehende zerstören, sondern durch ihre Folgewirkungen wesentlich erweitern.

Das Automobil als Innovation hat erheblich mehr Unternehmungen, das heißt neue Probleme und Problemlösungen, mit sich gebracht als alte vernichtet.
Deshalb ist auch die innovative Fortentwicklung von Lösungssystemen für originäre Anwenderprobleme zu beobachten, sei es, dass sie eigene Innovationsmöglichkeiten eröffnen, oder dass sie eine neue Anwendungs-Chance für bereits bestehende Produkte und Verfahren bieten.
Das Wissen ersetzt nicht den Unternehmer – es setzt ihn voraus und fordert ihn heraus.
Ohne Problem ist Innovation zwecklos.
Innovatives Lösungswissen ist prinzipiell nur dort interessant, wo es gebraucht werden kann.
Wo es keine Probleme zu lösen gibt, sind innovative Ideen und alles damit verbundene Wissen zwecklos und wirkungslos.
Das ist von der Logik her zwar selbstverständlich!
Aber in der Praxis lässt sich nicht ohne weiteres leicht danach handeln:
Einfach deshalb, weil manche Anwenderprobleme sich fortgesetzt verändern oder gar völlig verschwinden können.
Break-Even-Punkte für Innovationen.
Innovationen haben nicht nur die Eigenschaft, dass sie das Bestehende „kreativ zerstören“, sie schaffen oft gleichzeitig auch innovative Möglichkeiten, die nicht nur das Bestehende zerstören, sondern durch ihre Folgewirkungen wesentlich erweitern.
Das Automobil als Innovation hat erheblich mehr Unternehmungen, das heißt neue Probleme und Problemlösungen, mit sich gebracht als alte vernichtet.

Deshalb ist auch die innovative Fortentwicklung von Lösungssystemen für originäre Anwenderprobleme zu beobachten, sei es, dass sie eigene Innovationsmöglichkeiten eröffnen, oder dass sie eine neue Anwendungs-Chance für bereits bestehende Produkte und Verfahren bieten.
Das Wissen ersetzt nicht den Unternehmer – es setzt ihn voraus und fordert ihn heraus.
Alle diese Orientierungsgrundlagen liefern selbstverständlich keine Automatik für die Vorsteuerung von Innovationen und für Innovationsentscheidungen.
Von ihrer Systematik und Aufgabenstellung her kann man sie als eine Art „Strategische Buchhaltung“ bezeichnen, mit dem Ziel, die „Break-Even-Punkte“ für Innovationen in ihren positiven und negativen Trends so früh wie möglich zu erkennen.
Sie können deshalb auch das zu guter Letzt erforderliche Unternehmerische nicht ersetzen. In einem nicht geringen Maße ist das vielmehr eine wesentliche Voraussetzung, um das verfügbare Wissen in einer problemgerechten Anordnung zu strukturieren und in innovativ nützliche Kombination zu bringen.

Das Produktivitätswachstum hat sich in den entwickelten Volkswirtschaften verlangsamt. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist dies für Deutschland besonders problematisch.Bildung, Forschung und Innovation sind Voraussetzungen für ein höheres Produktivitäts-wachstum. Es gilt, die Transformation von Wissen in wirtschaftlichen Erfolg zu stärken.Dabei sind die richtigen Rahmenbedingungen für private Investitionstätigkeit zu setzen, die zu einer höheren Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft führen dürfte
Produktivitätsentwicklung

Deutschland steht wie die meisten entwickelten Volkswirtschaften vor zwei großen Herausforderungen. Denn neben dem fortschreitenden demografischen Wandel belasten vor allem die geringeren Produktivitätsfortschritte das mittel- und langfristige Wachstumspotenzial. Zwischen den Volkswirtschaften gibt es dabei durchaus Unterschiede. Diese betreffen zum einen die Wettbewerbsfähigkeit. Hier entstand im Euro-Raum in den 2000er-Jahren eine große Diskrepanz, als sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit vieler Mitgliedstaaten gegenüber Deutschland merklich verschlechterte. Zum anderen ist der wirtschaftliche Aufholprozess vielerorts zum Stillstand gekommen, und es bestehen weiterhin erhebliche Produktivitätsunterschiede innerhalb Europas sowie zwischen den fortgeschrittenen Volkswirtschaften.

Demografie trübt Wachstumsaussichten

Das Arbeitsvolumen dürfte mittelfristig nur noch wenig zum Potenzialwachstum in Deutschland beitragen.
Gründe hierfür sind der im Zuge des demografischen Wandels zunehmende Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge, die im Vergleich zu den Vorjahren verringerte Zuwanderung sowie eine geschätzte gleichgewichtige Arbeitslosenquote (NAIRU), die bereits auf einem historisch niedrigen Niveau liegt.
Bei der Partizipationsquote ist allerdings ein leichter Anstieg zu erwarten, nachdem diese seit Mitte der 1990er-Jahre bereits um rund 8 Prozentpunkte gestiegen ist. Nach den Daten der OECD weist Deutschland eine im internationalen Vergleich hohe Partizipationsquote auf. Dennoch gibt es weiterhin Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So liegt die Partizipationsquote von Frauen noch immer rund 10 Prozentpunkte unterhalb derjenigen der Männer. In den kommenden Jahren dürfte der zunehmende Bevölkerungsanteil der 55- bis 70-Jährigen den Anstieg der Partizipationsquote bremsen, da diese Alterskohorten
Produktivität: Wachstumsbedingungen verbessern

Von der Arbeitszeit je Erwerbstätigengehen derzeit sogar leicht negative Wachstumsimpulse aus, wenngleich der Rückgang weniger stark ausfällt als noch in den 1990er- und 2000er-Jahren. Hauptverantwortlich hierfür war der damalige starke Anstieg der Teilzeitquote (Breuer und Elstner, 2017). Da vom Faktor Arbeit somit absehbar keine nennenswerten Wachstumsimpulse mehr zu erwarten sind, ist ein höheres Produktivitätswachstum notwendig, um das Wachstumspotenzial der deutschen Volkwirtschaft zu heben.
Maße für Produktivität erfassen das Verhältnis von erzeugtem Output zu den bei der Produktion eingesetzten Inputfaktoren. Im gesamtwirtschaftlichen Kontext kann Produktivität dabei in Bezug auf einzelne Produktionsfaktoren, insbesondere Arbeit und Kapital, ausgedrückt werden. So werden zur Messung der Arbeitsproduktivität nach Wirtschaftszweigen die preisbereinigte Bruttowertschöpfung und für die Gesamtwirtschaft das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Relation zum Arbeitseinsatz verwendet. Dabei kann zwischen der Stundenproduktivität und der Erwerbstätigenproduktivität unterschieden werden. Beim erstgenannten Konzept wird die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigenstunde berechnet, beim zweiten wird die Wirtschaftsleistung ins Verhältnis zur Anzahl der Erwerbstätigen gesetzt. Ein weiteres einfaktorielles Produktivitätsmaß ist die Kapitalproduktivität, die sich aus dem Verhältnis vom BIP zum Kapitalstock ergibt.
Aktuell fällt die Produktivitätsentwicklung in Deutschland äußerst schwach aus. Stundenproduktivität Prozentpunkte Kapitalintensität Totale Faktorproduktivität Veränderung zum Vorjahr (%) Veränderung des Potenzials zum Vorjahr (%) Projektionszeitraum 2024

Produktivität: Wachstumsbedingungen verbessern
.
Allerdings ist die Produktivität bereits in den Jahren des Aufschwungs nur schwach gestiegen. Einerseits stellt der Beschäftigungsaufbau, etwa die Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt, eine erfreuliche Entwicklung dar und half in den vergangenen Jahren, Arbeitskräfteengpässe zu mildern. Andererseits hat die positive Arbeitsmarktentwicklung die zugrunde liegende Produktivitätsschwäche überdeckt. Angesichts des abzusehenden Rückgangs des Arbeitskräftepotenzials dürfte diese in den Wachstumsraten des BIP wieder stärker zutage treten. So schätzt der Sachverständigenrat in seiner Mittelfristprojektion für die Jahre 2018 bis 2024 eine durchschnittliche Zuwachsrate des Produktionspotenzials von 1,3 %. Zum Ende des Projektionszeitraums dürften allerdings vom Arbeitsvolumen keine positiven Wachstumsimpulse mehr ausgehen und das Potenzialwachstum auf dann nur noch 1,1 % fallen.

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Strukturelle Zerlegung der Produktivitätsentwicklung

Die Produktivität einzelner Inputfaktoren kann durch verstärkten Einsatz anderer Produktionsfaktoren oder durch den technischen Fortschritt gesteigert werden. So kann die gemessene Arbeitsproduktivität steigen, wenn Investitionen zu einem größeren oder produktiveren Kapitalstock führen, der es ermöglicht, mit dem gleichen Arbeitseinsatz mehr Output zu erzeugen. Eine Zerlegung des Produktivitätswachstums zeigt, dass vor allem der verhalten ansteigende Einsatz von Kapital für die trendmäßige Verlangsamung des Produktivitätswachstums seit Anfang der 1990er-Jahre verantwortlich war.
In der Vergangenheit wurde für Deutschland daher wiederholt eine Investitionsschwäche diagnostiziert. Betrachtet man die verschiedenen Kapitalgüter, so war es vor allem die schwache Entwicklung der Bauinvestitionen nachdem Abflauen des Wiedervereinigungsbooms, die sich negativ auf die Kapitalintensität auswirkte. Recht kräftig stellte sich die Entwicklung der Bauinvestitionen dagegen in den vergangenen Jahren dar. Neben einer erhöhten Nachfrage nach Wohnraum dürften die anhaltend niedrigen Zinsen ein wichtiger Impulsgeber für die private Bautätigkeit sein. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Bauten und wegen Kapazitätsengpässen herrscht zugleich eine hohe Preisdynamik im Bausektor.
Bei den Investitionen der öffentlichen Handspielen die Bauinvestitionen mit einem Anteil von rund 53 % an den gesamten staatlichen Investitionen die wichtigste Rolle. Mit nur etwas mehr als 12 % fällt der Anteil des Staates an den gesamten Bauinvestitionen allerdings im Vergleich zum privaten Sektor gering aus. Zuletzt stieg der Anteil der staatlichen Investitionen am BIP wieder etwas an. Hierbei dürften gestiegene Baupreise eine Rolle gespielt haben. Eine weitere Ausweitung des Investitionsvolumens dürfte durch die Engpässe im Bausektor erschwert sein.

Die gewerblichen Bauinvestitionen machen dagegen nur einen geringen Teil der Unternehmensinvestitionen aus. Innerhalb der Industrie zeigt sich eine heterogene Entwicklung. So hat insbesondere der Fahrzeugbau seine Investitionen in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark ausgeweitet. Dies ist insbesondere auf die gestiegene Wertschöpfung des Fahrzeugbaus zurück zuführen. Das Verhältnis von Investitionen zu Wertschöpfung hat sich seit den1990er-Jahren kaum verändert. Dagegen sind die Anlageinvestitionen der energieintensiven Industrien in demselben Zeitraum rückläufig.
Produktivität:

Eine Zerlegung der Wirtschaftsleistung in die einzelnen Produktionsfaktoren kann zwar Hinweise auf die Wachstumsfaktoren geben. Warum aber die Investitionen beispielsweise nicht stärker steigen, kann so nicht geklärt werden. Tiefere Einblicke können mithilfe struktureller makroökonomischer Modelle gewonnen werden. So kann beispielweise die Produktivitätsentwicklung auf angebots- und nachfrageseitige Faktoren zurückgeführt werden. Der Real-Business-Cycle-Theorie zufolge sind es vor allem Technologieschocks, die das Auf und Ab der Wirtschaftsleistung beeinflussen (Kydland und Prescott,1982; Long und Plosser, 1983). Neuere Ansätze der neu keynesianischen Theorie berücksichtigen zusätzlich, dass es kurzfristig zu einer Über- oder Unterauslastung von Produktionskapazitäten kommen kann, wenn sich das nominale Lohn- und Preisniveau aufgrund von Rigiditäten nicht sofort flexibel anpasst (Galí, 1999). Dann wirken sich nachfrageseitige Faktoren wie die Geldpolitik zumindest kurzfristig auf die reale Wirtschaftsleistung und somit auf die Produktivität aus.
Neben Technologieschocks kommt hierbei vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung eine wichtige Rolle zu. Schlechtere Finanzierungsbedingungen, etwa im Zuge von Finanzkrisen, können die Entwicklung und Adaption neuer Technologien behindern und so die Produktivität nachhaltig schwächen.

Für die Arbeitsproduktivität, gemessen als BIP je Erwerbstätigenstunde, zeigen die von der OECD veröffentlichten Zahlen, dass Deutschland und Frankreich in etwa das Niveau der USA erreichen.
Nachdem in den 1970er-Jahren noch ein erheblicher Rückstand bestanden hatte, gab es hier also eine Konvergenz. Japan und das Vereinigte Königreich konnten den Rückstand ebenfalls verringern, liegen jedoch auf einem niedrigeren Niveau. In Kanada zeigt sich im Vergleich mit den USA ein Rückgang der relativen Stundenproduktivität. Italien fällt seit Ende der 1990er-Jahre deutlich zurück.

Hier zeigt sich zudem, dass die Arbeitsproduktivität im Niveau seit dem Jahr2001 nahezu stagniert.
Produktivität: Wachstumsbedingungen verbessern
Die Entwicklung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gegenüber dem übrigen Euro-Raum verlief in den vergangenen Jahrzehnten in zwei Phasen. Nachdem Deutschland vom Beginn der Währungsunion bis zur Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich gegenüber dem übrigen Euro-Raum abgewertet hatte, stieg der reale effektive Wechselkurs seither wieder spürbar an.
Während die Arbeitsproduktivität nach dem Personen- und nach dem Stundenkonzept in Deutschland inzwischen nur rund 10 % höher liegt als zu Beginn des Aufschwungs im Jahr 2009 und zuletzt sogar leicht zurückging, stiegen die Löhne recht dynamisch an. Insgesamt führte dies dazu, dass die Lohnstückkosten schneller anstiegen als in den Jahren der Lohnmoderation.
Zugleich fiel das Wachstum der Lohnstückkosten in den übrigen Mitgliedstaaten der EWU geringer aus als vor der Krise und lag unter demjenigen Deutschlands. Seit rund zehn Jahren geht die preisliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gegenüber dem übrigen Euro-Raum zurück.

Produktivitätsparadoxon der Digitalisierung

Der weltweite Rückgang des Produktivitätswachstums scheint im Widerspruch zu der Hoffnung zu stehen, die in die produktivitätssteigernden Wirkungen der zunehmenden Computerisierung sowie die Entwicklung neuer Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), wie Cloud Computing, Maschinelles Lernen oder Künstliche Intelligenz, gesetzt wird. Zwar waren IKT-intensive Industrien für die zeitweise Beschleunigung des Produktivitätswachstums in den USA im Zeitraum von 1995 bis 2005verantwortlich (Jorgenson und Stiroh, 2000). Angesichts des weiteren Fortschritts in den IKT über die vergangenen Jahre erscheint die derzeitige schwache Entwicklung allerdings als Produktivitätsparadoxon.

Hierfür werden verschiedene Erklärungsansätze diskutiert.
Erstens könnte es Adaptionsverzögerungen geben (Brynjolfsson et al.,2019). Um die Möglichkeiten neuer Informationstechnologien zu nutzen, sind beispielsweise komplementäre Investitionen in Humankapital oder eine Anpassung der Organisationsstruktur von Unternehmen erforderlich (Bresnahan et al., 2002).
In der Vergangenheit waren Technologien, die zugrundlegenden Veränderungen der Produktionsstruktur geführt haben und hohe Produktivitätsgewinne nach sich zogen, ebenfalls von solchen Adaptionsverzögerungen betroffen (Comin und Hobijn, 2010). Beispielsweise dauerte es über 40 Jahre ab der Erfindung des elektrischen Antriebs, bis 25 % der Leistung in US-amerikanischen Fabriken elektrisch erzeugt wurden und sich dies in höheren Produktivitätsgewinnen zeigte (Atkeson und Kehoe, 2007). Entsprechend könnten sich die produktivitätssteigernden Auswirkungen der Computerisierung ebenfalls erst mit einiger Verzögerung zeigen.

Deutlich pessimistischer ist hingegen die zweite Einschätzung. Die zu erwartenden Produktivitätssteigerungen durch neue Informationstechnologienkönnten deutlich geringer ausfallen als diejenigen früherer Querschnittstechnologien. Viele Anwendungen von Big Data würden vorrangig zur Umlenkung von Marktanteilen und nicht zur Schaffung neuer Produkte verwendet. Zudem scheint es trotz voranschreitender Digitalisierung immer aufwendiger zu werden, neue Technologien zu erforschen. Beispielsweise ist die Geschwindigkeit, mit der es zu Verbesserungen der Prozessorleistung von Computern oder des Ertrags landwirtschaftlich genutzter Pflanzen kommt, trotz eines erheblichen Anstiegs des eingesetzten Forschungspersonals in den vergangenen 40 Jahren nahezu konstant geblieben (Bloom et al., 2017). Dies hat zu der Einschätzung geführt, dass die einfach zu erforschenden Technologien bereits erforscht sind (Cowen, 2011).

Eine dritte Erklärung für die geringen Auswirkungen der digitalen Technologien auf das gemessene Produktivitätswachstum könnten zunehmende Messprobleme sein. So könnte etwa die kostenlose Bereitstellung digitaler Produkte und Dienstleistungen dazu führen, dass zwar der Konsumentennutzen steigt, sich dies allerdings nicht in einer gestiegenen gemessenen Wertschöpfung niederschlägt. In der Folge nähme die Differenz zwischen dem BIP und der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt zu (Brynjolfsson und McAfee, 2014). Außerdem ist denkbar, dass die Rate, mit der neue Produkte und Dienstleistungen in den Markt eingeführt werden, gestiegen ist. Dies könnte aufgrund der Probleme bei der korrekten Erfassung von Qualitätsverbesserungen und deren Berücksichtigung in der Inflationsmessung dazu führen, dass die Inflationsraten überschätzt und das Wachstum des realen BIP unterschätzt werden (Aghion et al.,2019).

Allerdings werden diese Argumente von verschiedenen Autoren angezweifelt. Aghion et al. (2019) zeigen, dass die Rate, mit der neue Produkte auf den Markt kommen oder neue Märkte erschlossen werden, in den USA nicht zugenommen hat. Syverson (2017) stellt den Zusammenhang der Messproblematik mit IKT infrage und bezweifelt zudem die quantitative Relevanz der Messproblematik. Zum einen zeigt sich, dass in Ländern mit höherer Wertschöpfung in IKT-Industrien der Rückgang des Produktivitätswachstums nicht höher ausgefallen ist. Zum anderen würden sogar optimistischste Schätzungen des zusätzlichen Konsumentennutzens durch IKT maximal ein Drittel des Rückgangs des Produktivitätswachstums erklären. Gleichzeitig würden diese optimistischen Schätzungen für die IKT-Industrien selbst ein nicht plausibles, da deutlich zu hohes, Produktivitätswachstum bedeuten.

Wachstumsbedingungen verbessern

Für Deutschland legen Elstner et al. (2018) nahe, dass Verbesserungen von IKT zwei gegenläufige Effekte erzeugt haben. Einerseits steigt die Arbeitsproduktivität bei gegebenem Arbeitseinsatz. Andererseits führt dies zu einer erhöhten Arbeitsnachfrage, wodurch bei abnehmenden Grenzerträgen die durchschnittliche Arbeitsproduktivität wiederum sinkt. So haben Verbesserungen von IKT in der Vergangenheit das BIP wie den Arbeitseinsatz erhöht, so dass per Saldo kein signifikanter Produktivitätseffekt mehr resultierte. Somit haben sich diese beiden Effekte gegenseitig neutralisiert.

Adaptionsverzögerungen dürften für Deutschland ebenfalls eine hohe Relevanz besitzen. Im Vergleich zu anderen entwickelten Volkswirtschaften liegt Deutschland bei der Nutzung von digitalen Technologien und beim Ausbau der digitalen Infrastruktur eher im Mittelfeld, was auf stärkere Adaptionsverzögerungen hindeutet (OECD, 2019a). Zudem ist der Anteil von IKT-Kapital in Deutschland deutlich geringer als etwa in den USA (Strauss und Samkharadze,2011), weshalb ein geringerer positiver Effekt durch eine höhere Produktivität im IKT-Bereich auf die Gesamtproduktivität zu erwarten ist. Dies bedeutet darüber hinaus, dass die Abschätzungsmethodik von Syverson (2017) für Deutschland weitaus geringere Messfehler implizieren würde als für die USA, da die quantitative Rolle der Messprobleme mit dem Anteil der IKT-Industrien an der Wertschöpfung zunimmt. Inwiefern die Hoffnungen, die in das Produktivitätswachstum durch IKT gesetzt wurden, übertrieben sind, ist für Deutschland noch nicht untersucht worden. Ebenso wenig ist klar, ob die höhere Komplexität von Forschung und Entwicklung zu einem Anstieg der Innovationskosten in Deutschland geführt hat. Untersuchungen für die Mitgliedstaaten der OECD legen dies jedoch nahe (Bloom et al., 2017).
Zudem wären aufgrund von Spillover-Effekten negative Konsequenzen für das deutsche Produktivitätswachstum zu erwarten, wenn die Innovationskraft in anderen entwickelten Volkswirtschaften sinkt.

Zielführend

Für mehr Produktivitätswachstum: Die Digitalisierung vorantreiben und den Innovationsprozess stärken
Die Corona-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub geführt. So konnten viele Unternehmen durch einen technologiegestützten Wechsel ins Homeoffice ihren Geschäftsbetrieb trotz Abstands- und Hygieneregeln aufrechterhalten. Gleichzeitig sind jedoch Defizite bei der Digitalisierung im Gesundheits- und Bildungswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland deutlich geworden. Im Gesundheitswesen könnte ein rascher Ausbau der Digitalisierung in den kommunalen Gesundheitsämtern genutzt werden, um Meldewege effizienter zu gestalten. Herausforderungen bei der Schaffung digitaler Angebote im Gesundheitswesen zeigten sich besonders deutlich bei der Entwicklung der Corona-Warn-App, welche die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht umfassend erfüllen konnte. Ein verbesserter und zielgerichteter Einsatz digitaler Technologien könnte dazu beitragen, im weiteren Verlauf der Pandemie erneute Anstiege der Infektionszahlen einzudämmen.

Erheblicher Nachholbedarf im öffentlichen Sektor
Im Bildungssystem muss für den Fall erneuter Schulschließungen zumindest der Einsatz kurzfristig verfügbarer digitaler Angebote sichergestellt werden. Es besteht die Gefahr, dass ein länger anhaltender reduzierter Zugang zu Bildung die Kompetenzentwicklung und den zukünftigen Arbeitsmarkterfolg junger Menschen insbesondere in bildungsfernen Schichten schmälert. Bereits vor der Pandemie sollte mit der Einführung des Digital Pakt Schule durch den Bund im Jahr 2019 der Aufbau digitaler Lerninfrastrukturen an deutschen Schulen unterstützt und vorangetrieben werden. Von den 5 Mrd. Euro an Fördermitteln des Bundes wurden bisher jedoch erst rund 5 % abgerufen. Ein wichtiger Grund dürfte die fehlende personelle Unterstützung in der Erstellung und Wartung der digitalen Infrastruktur und der Ausbildung der Lehrkräfte zur Nutzung digitaler Konzepte sein.
Eine stärkere Digitalisierung der Verwaltung und ein Ausbau des Angebots an E-Government könnten die Produktivität des öffentlichen Sektors erhöhen sowie einen Nachfrageimpuls für digitale Dienstleistungen erzeugen. Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, dass hier erheblicher Nachholbedarf besteht. Umso dringender ist es, die Krise als Anlass zu nehmen, um hier aufzuholen. Das Konjunkturpaket könnte dabei helfen. Entscheidend für den Erfolg dieser Maßnahmen wird aber nicht allein die Höhe der verfügbaren Mittel, sondern vor allem die administrative Umsetzung sein.

Potenziale für die Produktivitätsentwicklung durch Digitalisierung
Digitale Technologien können aufgrund ihres Querschnittscharakters in nahezu allen Wirtschaftsbereichen die Produktivität und das Wachstum steigern. Um die Diffusion solcher Technologien zu beschleunigen und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, sind weitere Investitionen in die digitale Infrastruktur und der Abbau bürokratischer Hürden bei deren Ausbau notwendig. Die im Konjunkturpaket vorgesehenen Maßnahmen können dazu beitragen, sollten aber rasch umgesetzt werden.
Bei plattformbasierten Geschäftsmodellen haben europäische Anbieter einen deutlichen Wettbewerbsnachteil, weil aufgrund des in Bezug auf Sprache, Institutionen und Rechtsprechung fragmentierten Heimatmarktes geringere Netzwerkeffekte erreicht werden. Um digitale Innovationen und Gründung von Start-ups zu fördern, sollten der europäische digitale Binnenmarkt vertieft und die wettbewerbliche Offenheit digitaler Märkte durch geeignete Wettbewerbsregeln sichergestellt werden.

Innovationsprozess für langfristiges Wachstum zentral
In der Entwicklung neuer digitaler Technologien war Deutschland in der Vergangenheit gut aufgestellt. Allerdings ist die Entwicklung beispielsweise im Bereich Künstlicher Intelligenz weniger dynamisch als in führenden Nationen wie den USA oder der Republik Korea.
In Deutschland konzentrieren sich die privatwirtschaftlichen Innovationsausgaben zunehmend auf große Unternehmen. Kleine und mittlere Unternehmen tragen im europäischen Vergleich weniger zu Innovationsaktivitäten bei. Ein immer stärkeres Hemmnis für die Innovationstätigkeit ist unter anderem der Fachkräftemangel. Bestehende Hemmnisse für diese Unternehmen sollten gezielt abgebaut und ihre Innovationstätigkeit unterstützt werden. Sowohl die Weiterentwicklung der steuerlichen Forschungszulage für kleine und mittlere Unternehmen als auch eine stärkere Verankerung von Innovationskriterien in der öffentlichen Beschaffung könnten dazu beitragen.
Gemäß seinem gesetzlichen Auftrag als nationaler Ausschuss für Produktivität analysiert der Sachverständigenrat die Faktoren eines anhaltenden Produktivitätswachstums sowie die Voraussetzung zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität. In der vergangenen Woche hat er seinen jährlichen nationalen Produktivitätsbericht als Kapitel im Jahresgutachten 2020/21 veröffentlicht. Etwa 65 % des Wachstums der Arbeitsproduktivität in Deutschland können langfristig auf das Wachstum der Totalen Faktorproduktivität (TFP), das in engem Zusammenhang mit der Innovationstätigkeit steht, zurückgeführt werden. Das durchschnittliche jährliche Trendwachstum der TFP wird gemäß der Mittelfristprognose des Sachverständigenrates in den nächsten fünf Jahren 0,5 % betragen und somit auf niedrigem Niveau bleiben.